cover The Salzau Quartett Live at JazzBaltica

Bunky Green
w/Eva Kruse, Carsten Daerr +
Nasheet Waits
The Salzau Quartett Live at JazzBaltica
20 JUN 2008

Traumton CD 4516
EAN/UPC 705304451625

 

tracks

 
  • 1. Tunex 12:06
  • 2. It could happen to you 14:14
  • 3. Little Girl I'll Miss You 10:07
  • 4. Another Place 11:48
  • 5. With All My Love 8:36
  • 6. Blues For Vienne 2:25

credits

All compositions Bunky Green, except 2., James VanHeusen/Johnny Burke
Live recorded by NDR at Konzertscheune - Salzau, July 1, 2007
NDR producers: Axel Dürr & Stefan Gerdes
Recording engineer: Michael Plötz
Mixed & mastered by Wolfgang Loos, Traumton Studios, Berlin

lineup

Bunky Green alto saxophone
Carsten Daerr piano
Eva Kruse double bass
Nasheet Waits drums

info

Es war im Herbst 2006, als ich im Magazin »Down Beat« eine CD Kritik las, die meine Aufmerksamkeit erregte – nicht nur, weil sie in höchsten Tönen Lob aussprach, mehr noch, weil ich zwar alle Sidemen kannte nicht aber den Leader des Albums »Another Place«: Den Altsaxophonisten Bunky Green.
Ich begab mich auf die Suche nach der Einspielung und nach dem Künstler selbst – und ich erzählte befreundeten Musikern von diesem Fund. Die CD war großartig, sie fesselte mich mit ihrer Inbrunst, der Dramatik des Saxophonspiels, das ich so noch nie gehört hatte und welches mich an Charlie Parker, Ornette Coleman und Eric Dolphy zugleich denken ließ. Und so erzählte ich eines Tages Eva Kruse von meiner Entdeckung mit dem Hinweis, auch sie werde - wie auch ich und so viele zuvor - wohl kaum auf den Namen dieses spät entdeckten Genies am Saxophon kommen. Doch es kam anders: Eva konterte die Erzählung mit der Bemerkung: Das kann nur Bunky Green sein, den verehre und bewundere ich; er ist der Komponist meines Lieblingsstückes »Little Girl I’ll Miss You«.
Das war der letzte Anstoß dazu, mich auf seine Fährte zu begeben und ihn nach Salzau einzuladen. Schon im Januar 2007 trafen wir uns in New York und ich begegnete einem ebenso liebenswürdigen wie wachen und neugierigen Menschen. Es entsprach seiner menschlichen und künstlerischen Offenheit, dass er meinen Vorschlag annahm neben Nasheet Waits (der auch schon auf der CD dabei gewesen war und der ein immer wieder gern gesehner JazzBaltica Gast war), Eva Kruse und Carsten Daerr zu seinem JazzBaltica Auftritt in Salzau einzuladen. Es war eine glückliche Fügung. Selten habe ich eine JazzBaltica Probe von solcher Freundlichkeit, Offenheit und fast »blindem« Verständnis erlebt wie das erste Zusammentreffen dieser drei Künstler am frühen Sonntagmorgen des 1. Juli 2007 im Salzauer Schloß. Es war eine Begegnung, die jede Trennung von Generationen, kulturellen Herkünften und Lebenserfahrungen vergessen ließ. Das Konzert am gleichen Tag, welches hier nun festgehalten ist, wurde zu einem »Triumph« (Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ) für einen Künstler, der auch im Alter von 74 Jahren zu den aufregendsten Saxophonisten unserer Zeit zählt und dessen Bedeutung für den modernen Jazz mehr und mehr erkannt wird.
Sein Wirken als Lehrer hat diese Anerkennung bereits gefunden. Kritiker des »Down Beat« wählte ihn vor einiger Zeit in die »Jazz Education Hall of Fame«, seine Rolle als ebenso wegweisender Musiker wurde durch die CD »Another Place“ (die erste seit 14 Jahren!) und das JazzBaltica Konzert nachdrücklich unterstrichen. Als ich im Herbst 2007 in New York gemeinsam mit Ornette Coleman den Salzauer Mitschnitt anhören konnte, war seine Reaktion der letzte Anstoß zu dieser nun vorliegenden CD: »This great concert should be published!«
Bunky Green, der bereits in den 60er Jahren als Sideman von Charles Mingus gearbeitet hatte und der in Kollegenkreisen einen nahezu legendären Ruf genießt, feierte so in Salzau nicht nur einen musikalischen Triumph, das Konzert war zudem – man mochte es kaum glauben –seine Deutschlandpremiere. Er hat die Chance dieser Premiere genutzt, die Kritik feierte ihn und sein musikalisches Konzept. Uli Olshausen hat sein Saxophonspiel in der FAZ so beschrieben: »Er erfand glühend vitale De- und Rekonstruktionen von bekannten Themen wie »It Could Happen To You«, ein Feuerwerk querständiger Ideen und brillanter Technik. Man konnte sich einen Sturm vorstellen, der alle Blätter von einem Baum bläst, und einen Film davon, den man rückwärts laufen lässt, bis die alte Ordnung wiederhergestellt ist.«

Rainer Haarmann

Künstlerischer Leiter

JazzBaltica

presse

»Unerhört frisch und frei: Bunky Green bei der Jazz Baltica Bunky Green, 1935 geborener Altsaxofonist, beeinflusste die Jazzgeschichte in den letzten Jahren beinahe unbemerkt und vor allem als Musikpädagoge. Doch als der bescheidene kleine Mann bei der vorletzten Jazz Baltica ins Scheinwerferlicht trat, kam man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Frisch, frei und undenkbar eigenständig sprudelten Ideen aus seinem Instrument, die man so noch nicht gehört hatte. Dass dieser Meister neben dem Schlagzeuger Nasheet Waits den Pianisten Carsten Daerr und die Bassistin Eva Kruse an der Seite hatte, erschien nur im Programmheft riskant. Auf der Bühne fand Bunky Greens ›Salzau Quartet‹, das jetzt auch auf CD Live at Jazz Baltica zu hören ist, spontan zu tiefer Innigkeit.«

Kieler Nachrichten | 08.10.2008

»Der amerikanische Altsaxophonist Bunky Green war als Musikdozent in der Versenkung verschwunden, als ihn 2007 die Einladung nach Salzau erreichte. Sein Auftritt dort mit Carsten Daerr (Piano), Eva Kruse (Bass) und Nasheet Waits (Drums) zählte zu den Höhepunkten des Festivals.«

Kulturspiegel | Hans Hielscher | August 2008

»Wer ist ›Bunky‹ Green? 
Grandioses Comeback 
Wer ist Vernice ›Bunky‹ Green? Der einst legendäre, aber mittlerweile fast vergessene Saxofonist hatte sich in den späten achtziger Jahren aus der Musikszene zurückgezogen und war 1989 Professor für Jazzstudien an der University of North Florida geworden. In den Jahrzehnten zuvor aber hatte er mit Charles Mingus, Andrew Hill, Clark Terry oder Elvin Jones gespielt und einige Alben als Leader (›Healing the Pain‹) eingespielt. Erst Steve Coleman, der wie auch Greg Osby Green immer als sein großes stilistisches Vorbild genannt hatte, konnte ihn 2006 wieder für ›Another Place‹ ins Studio locken. Das Album überraschte und begeisterte wiederum den künstlerischen Leiter der Jazz Baltica, Rainer Haarmann, so sehr, dass er im Sommer 2007 spontan ›Bunky‹ Green ins schleswig-holsteinische Salzau einlud, wo er dann auf junge Musiker (und Fans) wie Carsten Daerr (Piano), Eva Kruse (Bass) und Nasheet Waits (Drums) traf, um eigene Kompositionen wie ›Tunex‹ oder ›Little Girl I’ll miss you‹ in ganzer Pracht zu entfalten. Man mag nicht glauben, dass diese vier Musiker sich erst am Tag des Auftritts kennengelernt haben. Ebenso wenig mag man glauben, dass das mitreißende Konzert vom 1. Juli 2007 Greens Deutschlandpremiere war. Der Mann mit dem glühend-heißen Saxofon ist immerhin Jahrgang 1935! Eine aufregende (Wieder-)Entdeckung!«

Stuttgarter Zeitung | (ukr) | 22.07.2008

»Bunky Green ist das, was man einen ›Musicians' Musician‹ nennt, einen Geheimtipp unter Kollegen. 1935 geboren, war Sideman bei dem legendären Charles Mingus, machte Platten mit Elvin Jones, Clark Terry, Eddie Harries, spielte mit Andrew Hill und Yusef Lateef. Und ist zudem Lehrer, seit den 90er Jahren gar Director of Jazz an der University of North Florida, Jacksonville. 
Vor zwei Jahren las Rainer Haarmann, künstlerischer Leiter der JazzBaltica, eine CD-Kritik im Downbeat, die ihn neugierig machte. Der Leader der Band war Bunky Green. Haarmann kannte den Altsaxofonisten nicht, fuhr nach New York, lud Green spontan ins Salzauer Schloss ein und stellte ihm zwei junge deutsche Musiker zur Seite: den wunderbaren Pianisten Carsten Daerr und die virtuose Bassistin Eva Kruse. Ausnahmedrummer Nasheet Waits kannte Green bereits aus den Staaten. Hier bläst Green Skalen in klarem, charakterstarken, manchmal überbasenen Ton, geht wendig über die Klappen, entfacht ein ungeheures instrumentales Feuer - und beweist, dass er nicht zu Unrecht bei Insidern einen überragenden Ruf besitzt. 
Dabei überzeugt der Saxofonist auch als Songschreiber. Nur einmal präsentiert er mit ›It could happen to you‹ einen Gassenfeger. Dass der nur in den ersten Takten erkennbar bleibt, spricht für Greens Abstraktionsvermögen. Er und seine Band lieben das Querständige, scheuen sich nicht, die Themen zu zerpflücken, spielen ›Full Force‹. Daerr geht diesen Weg in seinen Soli mühelos mit. Kruse und Waits stricken bodenständige, aber komplexe Strukturen. Ein außergewöhnlicher Konzertabend!«

Musik •••••
Klang ••••
STEREO, CD des Monats | Tilman Urbach | 8/2008

»Altsaxofonist Bunky Green (73) ist die Wiederentdeckung des Jahres. Von Charlie Parker initiiert, spielte er bei Charles Mingus und Andrew Hill, machte sich rar und quicklebendig entert er 2007 überraschend mit einem die Generationen überspannenden deutsch-amerkanischen Quartett die Bühne von Jazz Baltica und wird seither zurecht für dieses Comeback gefeiert, das Vitalität und berührende Intensität vereint und einen stillen Visionär präsentiert, den Steve Coleman und Greg Osby als Vorbild nennen.«

Leipziger Volkszeitung | (uste) | 11.07.2008

»Er bläst sein Altsaxofon mit der Autorität eines Mannes, den Bebop, den Hardbop und den Free Jazz miterlebt hat und weiß, wie es geht. Bunky Green heisst er, und er war dabei, als Mingus sich Mitte der fünfziger Jahre sein berühmtes Mexiko-Abenteuer leistete. Als Musik-Lehrer arbeitete er weiter und erstaunte die Fachwelt mit seinem 2004er Album ›Another Place‹. Die nicht vorhandenen Linernotes gaben nichts über seine Identität preis, aber die Musik sprach für sich. Rainer Haarmann, künstlerischer Leiter von Jazz Baltica, erhörte sie und engagierte ihn. Zusammen mit Eva Kruse (b), Carsten Daerr (p) und Nasheet Waits (dr) gab Green ein umjubeltes Konzert, dessen Live-Mitschnitt aufhorchen lässt. Nicht unbedingt wegen der dekonstruktiven Momente, derer es mehr gibt, als auf dem Studio Album, sondern wegem dem Ton des über Siebzigjährigen. Lebens- und Spielerfahrung Ton für Ton, auf einem Album, das sich seinen Platz in der Jazz-Geschichte gesichert haben sollte.«

Jazzzeit | (just) | Juli/August 2008

»Ein Mann, ein Saxophon und ein einstündiger Live-Mitschnitt. Wer hierzulande den Namen Bunky Green nicht kennt, muss nicht gleich ein Banause sein. Wer allerdings auf dem Jazz Baltica Festival 2007 gewesen ist, dem dürfte dieser Mann dafür umso besser im Gedächtnis haften geblieben sein. Denn er war für eingefleischte Jazz-Fans DER Überraschungsgast schlechthin. Ein 74-jähriger Oldster, der das Horn bläst wie ein Weltmeister. Dass er trotzdem nie einer der namhaften Heroen wurde, liegt vermutlich daran, dass er sich nach frühen Erfolgen mit unter anderem Charles Mingus, Sonny Stitt, Elvin Jones und Yusef Lateef gefrustet von den Allüren der führenden Jazz-Labels in relativ jungen Jahren zurückzog und fortan als Leiter des Studienfachs Jazz an der Universität in Jacksonville im Staate Florida arbeitete, was seiner Virtuosität jedoch keinen Abbruch tat. Rainer Haarmann, künstlerischer Leiter des Jazz Baltica Festivals in Salzau und immer auf der Suche nach neuen Namen, entdeckte per Zufall den amerikanischen Altmeister und lud ihn daraufhin ein, kreierte so auch noch ganz nebenbei eine publikums-attraktive Deutschland-Premiere und ließ die vom NDR gleich als Livemittschnitt auf CD pressen. Begleitet von Carsten Daerr am Piano, Eva Kruse am Bass und Nasheet Waits am Schlagzeug entstand so ein kultur-, nationalitäts- und generationsübergreifendes Jazzereignis, das dramatischer und aufregender kaum sein konnte. Eine musikalisches Auferstehen der Charlie Parker- oder Eric Dolphy Legende, gewürzt von jungen, dynamischen Sidemusikern. Der Traum eines jeden Jazzveranstalters.«

sound-and-image.de

»Ein Feuerwerk querständiger Ideen und brillanter Technik.«

FAZ