cover carsten daerr trio - wide angle

Carsten Daerr Trio
Wide Angle
26 MAR 2010

Traumton CD 4537
EAN/UPC 705304453728

Reinhören bei last fm

tracks

 
  • 1. Full Aperture 5:22
  • 2. Phantômsz 3:59
  • 3. Intuition 6:08
  • 4. Interludium 1: Allenby 1:31
  • 5. Tripoli Airbag 5:08
  • 6. Baby Levi 3:33
  • 7. Almagest 5:27
  • 8. Interludium 2: Pour Joachim 2:29
  • 9. Walls 7:17
  • 10. Shut Up 4:39
  • 11. Puerto 4:50
  • 12. Tombs 4:15
  • 13. Templo 4:16
  • 14. Postludium: 23 1:43

credits

Musik 3, 5, 6, 8, 10, 14: Carsten Daerr
Musik 4, 9, 11, 13: Oliver Potratz
Musik 1, 2, 7, 12: Eric Schaefer
All tracks published by Traumton Musikverlag
Recorded and mixed by Martin Offik

Mastered by Wolfgang Loos
at Traumton Studios, Berlin

lineup

Carsten Daerr piano
Oliver Potratz bass
Eric Schaefer drums

info

Reisen gehört zum Geschäft. Wer als Musiker nicht auf der Stelle treten will, sollte unterwegs sein, schließlich sind die wenigsten Künstler aus sich selbst heraus schaffende Originalgenies, die sich ohne den Austausch mit anderen Menschen und Kulturen weiter entwickeln. Das Carsten Daerr Trio war während der vergangenen Jahre viel auf Achse. »PurpleCoolCarSleep« (2003), »Bantha Food« (2005) und »Insomniac Wonderworld« (2007) machten es möglich, Alben, die aufgrund ihrer sperrigen, mitreißenden Energie das Publikum neugierig werden ließen. Hier wurden Alternativen zur Lieblichkeit ähnlicher Formationen geboten, wurde Musik entworfen, die einem Versuchsaufbau glich, ohne dabei provisorisch zu wirken, und das Gefühl vermittelte, den Hörer an einer Grundlagenforschung zum aktuellen Stand kommunikativer Improvisation teilhaben zu lassen.

Das ging gut, weil das Carsten Daerr Trio zu diesem Zeitpunkt längst zu einem musikalischen Organismus zusammen gewachsen war, in dem jeder Beteiligte seine unentbehrliche Funktion zugewiesen bekam. Da war zum einen der Berliner Bandleader, der einst bei Kirk Nurock und Herbert Nuß gelernt, seine musikalischen Erfahrungen an der Seite von Kollegen wie Christopher Dell, Christof Lauer oder Bunky Green gesammelt hatte und sie nun in Form einer zunehmend abstrakt werdenden Formensprache sublimierte. Oliver Potratz wiederum, ein humorvoller Stoiker aus Hamburg am Kontrabass und umtriebiger Souverän des volltönenden Fundaments, der sonst mit Arne Jansen oder auch John Schröder seine Brötchen verdient, verordnete der Band eine Portion inspirierte Gelassenheit, die der Balance der Soundarchitektur zugute kam. Eric Schaefer schließlich, Workaholic, lustvoll bekennender Intellektueller und Fan kraftstrotzender Komplexität, darüber hinaus ein umsichtiger Komponist und beliebter Mitstreiter bei Kollegen wie Kalle Kalima, Michael Wollny, Arne Jansen und Ulrike Haage rundete das Trio mit polyrhythmischer Präsenz und einem Hauch von kreativer Anarchie ab.

Derart gewappnet also ging das Carsten Daerr Trio mit Unterstützung des Goethe-Instituts auf Tourneen, spielte in Südamerika und der Karibik, in Australien, Nordafrika, dem Nahen Osten und entwickelte die eigenen Klangideen schrittweise weiter. Die Erfahrungen mit Zuhörern von Damaskus bis Port-of-Spain führten die Musiker zu grundlegenden Erkenntnissen. Erstens: Komplexität macht nur dann Sinn, wenn sie verständlich bleibt. Abstraktion heißt dabei nicht zwangsläufig Loslösung von der Bedeutung, sondern kann auch zu einer Reduktion der Vielfalt auf wesentliche, spannende, unmittelbare Impulse führen. Zweitens: Zentral ist der gemeinsame Flow der Musik, der Einfälle, der Impulse, die das Trio vorantreiben. Drittens: Reisen ist großartig, wenn man es schafft, sich manchmal nicht so ernst zu nehmen, dafür aber alles um sich herum auf sich wirken zu lassen.

So entstanden schnell erste Einfälle zu neuen Komposition, als Skizzen notiert, zuweilen auch live ausprobiert. Darüber hinaus begannen die Musiker, ihre Eindrücke mit der Kamera festzuhalten, als Assoziationsanker, stellenweise sogar als Ergänzung zu den musikalischen Notizen. Eine Fotoserie mit Motiven entstand, die in loser Form mit den Erfahrungen in der Ferne zusammenhingen: die Mauer zum Westjordanland nahe Ramallah, ein Bazar, Gestänge, Kabel, Stacheldraht, ein Autowrack, das auf dem Kopf steht, Schafe, Berge, Baby Levi, das neue Leben. Stück für Stück setzte sich ein künstlerisches Ganzes zusammen, das die sich verändernde Klangsprache und Wirkästhetik des Trios abbildete.

Dazu kamen Soundmodifikationen. »Im Anschluss an ›Bantha Food‹ habe ich angefangen, viel Orgel zu spielen«, meint Carsten Daerr. »Das war eine spannende Veränderung, wurde aber auch zum Problem. Denn eines Tages war das Ding kaputt. Außerdem war es jedes Mal ein Risiko, mit Leslie zu spielen. Diese speziellen Lautsprecher sind so empfindlich und unberechenbar. Also habe ich versucht, den Sound der Orgel auf das Klavier zu übertragen«. Resultat ist eine veränderte Spielweise, stellenweise flächiger, perkussiver als zuvor, die auf das ganze Trio ausstrahlt. 
»Wide Angle«, Musik durch die Perspektive des Weitwinkels, heißt auch, mehr zuzulassen als mit dem Blick des Teleobjektivs. Von der Orgel etwa stammt das psychedelische Moment. Flächige Farben, dichte Netzwerke, Rhythmen, die herben Rock der 70er zieren könnten, treffen auf wuchtige Akkorde. Cluster, die sich in perlende Melodiegirlanden auflösen, stehen neben gezielter Rücknahme der Opulenz, neben hingetupften Motiven, die in ihrer Konzentration auf das Miniaturhafte schon wie ein ironischer Seitenhieb auf den bedeutungsschwangeren Tonkult der Avantgarde erscheinen. Dann wird wieder kräftig gewühlt im Flügel, gerührt auf den Trommeln, gerannt über das Griffbrett.

Kontraste allenthalben und doch erweist sich der Spannungsbogen von »Wide Angle« als in sich stimmig. Das liegt an der besonderen Bandchemie des Carsten Daerr Trios. Hier sind Individualisten am Werk, die jeder für sich klare Vorstellungen von der eigenen musikalischen Wirkung haben, diese aber in den Dienst des Gesamtklangs stellen. Sie sind getrieben von einer Haltung, die gelernt hat, dass Triospiel sich nicht mit dem Ästhetizismus oder dem Klangkonservatismus der Vergangenheit zufrieden geben muss. Zahlreiche Entwicklungen vor allem des vorangegangenen Jahrzehnts fließen mit ein, die bereits die richtigen Schritte in die Richtung einer echten Loslösung des Klaviertrios von den Vorgaben der Vergangenheit eingeleitet haben. »Wide Angle« zieht daraus die konsequenten Schlüsse. Das Album zeigt nicht nur eine Band, die sich ein gutes Stück nach vorn bewegt hat. Es dokumentiert auch ein Trio, das die eigene Form kraftvoll und mit Genuss durchbricht.

presse

»Eine ungewöhnliche Platte, obgleich sie doch mit den ganz normalen Utensilien eines Jazz-Trios auskommt: Piano, Bass, Schlagzeug. Aber dank Carsten Daerr, einem der leistungsstärksten deutschen Pianisten, wird ›Wide Angle‹ zu einem weit gefassten Opus, das sich pastellener Schönmalerei genauso entzieht wie versteifter Traditionssentimentalität. Carsten Daerr spielt anders. Er spielt mit dem Weitblick eines Weitgereisten, mit der Ruhe eines bildenden Künstlers, mit der Impulsivität eines Neo-Romantikers. Die Stücke, die er und seine beiden Kollegen (Oliver Potratz, Bass und Eric Schaefer, Drums) aus anfänglicher Skizzenform in unmittelbare Alltagstauglichkeit transformiert haben, hören allesamt auf den Namen ›spannend‹, auch wenn dieser Begriff leider im Laufe der Jahre zu einem ausgelatschten Synonym für das kreative Ringen eines Musikers um eine bemerkenswerte Performance geworden ist. Trotzdem wollen wir einmal bei diesem Terminus bleiben, denn die 14 Stücke dieser CD beleuchten das Zusammenspiel von Piano, Bass und Schlagzeug von einer völlig neuen Seite. Daerr orientiert sich nicht an herkömmlichen Klangansätzen, sondern begreift seine Musik als Pendant, Ergänzung und Assoziationsempfänger zu den Fotografien, die im Booklet abgebildet sind. Aufnahmen, die auf vielen Konzertreisen zwischen Damaskus und Port of Spain entstanden sind. Eindringliche Bilder zwischen Stacheldraht und Babystrampler, zwischen Autowracks und Schafweide. Musik die sich den bekannten Normen entzieht und dadurch anziehend wirkt. Verspielte bis experimentelle, aber immer auch sehr kontrastreiche Klangbilder, geparrt mit einer unkonventionellen Spielweise des Flügels, unterstützt von zwei glänzend disponierten Fachgenossen.«

sound-and-image.de | 14.04.2010

»Seit seinem Debüt-Album 2003 bricht das Carsten Daerr Trio die vielfach herrschende Trennung von Solist und Begleiter auf; 2009, auf der vierten CD, ist es nicht anders. Nur, dass bereits alle Ecken der Welt bespielt wuroen und unterschiedliche Erfahrungen aufgenommen. Mit Notizbuch und Kamera festgehalten, dienen sie den neuen Aufnahmen, wie es heißt, als ›Assoziationsanker‹. Komplexer ist das Spiel des Berliner Trios nicht, eher transparenter, klarer strukturiert. Eng verzahnt sind nach wie vor Komposition und lmprovisation, die Klangsprache bleibt eigen. Da die elektrische Orgel nicht mehr zum Einsatz kommt, ist Daerrs Spielweise auf dem Klavier flächiger, perkussiver. Sounds und Stimmungen erzeugt er jetzt eher mit minimalistischen Motiven, die ihre magische Wirkung selten verfehlen. Cluster lösen sich in perlende Melodiegirlanden auf, stehen neben gezielter Rücknahme der Opulenz und hingetupften Motiven. Gestreift werden wieder alle möglichen Spielarten des Jazz, von Bop oder Free bis Swing oder Ethno. Die Stücke, die oftmals Reiseeindrücke vom Orient bis Hinterasien reflektieren, gerieren vielfältige Atmosphären und machen den schillernden Klangcharakter des Albums aus. Neben Leader Daerr sind selbstredend Oliver Potratz (b) und Erich Schaefer (dr) gleichberechtigte Partner mit eigenen ldeen. So wie letzterer keinen Stillstand kennt, von straightem Spiel bis zu frei flottierenden Rhythmen, kann Potratz rhythmisch mithalten. Alles andere als ein erstarrtes Klavier-Trio geben die Mannen um Carsten Daerr ab.«

Jazzzeitung | Reiner Kobe | 4/2010

»Zeitgemäßer Klavierjazz jenseits der Klischees. Die versierten Individualisten Carsten Daerr (Flügel), Oliver Potratz (Bass) und Eric Schaefer (Schlagzeug) sprühen vor rhythmischen Finessen, detailscharfen Ideen und pointierter Dynamik, verlieren sich dabei nie im Abstrakten. Juvenile Energie und abgeklärte Spieltechnik gehen hier eine vitale, spannende Einheit ein.«

Journal Frankfurt | Norbert Krampf | 4/2010

»›Musik entsteht dadurch, sich auf Vieles einzulassen‹. So beschrieb Carsten Daerr vor Jahren einmal seinen ureigenen musikalischen Ansatz. Es geht ihm also nicht nur um das Verarbeiten verschiedener Klangwelten zwischen Jazz und Folk, Klassik und Pop oder Blues und Rock. Für den Berliner Pianisten sind persönliche Beziehungen ebenso ein Teil seines musikalischen Kosmos, wie ferne Reisen und tagtägliche Begegnungen in seinem direkten Umfeld. Und vielleicht sind es genau die scheinbar außermusikalischen Erfahrungen, die seine Aufnahmen so lebendig und authentisch klingen lassen. ›Wide Angle‹ heißt die mittlerweile vierte Veröffentlichung seines Trios, auf der sich insgesamt vierzehn Kompositionen aller Bandmitglieder befinden. Daerr, Oliver Potratz und Eric Schaefer berühren durch ihre unglaublich frische und ein wenig fiebrige Art, sich den eigenen Themen zu nähern. Ein Trio, das innerlich brennt, beinahe flüchtig von Thema zu Thema eilt, um auch ja all die Ideen unterzubringen, die sich im Laufe eines Jahres angestaut haben. Überdimensionale Favoriten stehen bei den Aufnahmen nicht im Wege. Höchstens verschlüsselte Reminiszenzen an Orte und Freunde. Spannend klingt vor allem dieses Gebräu aufgrund seiner Wechselbeziehung zwischen agiler Abstraktion und schlichter Sentimentalität, zwischen druckvollem Powerplay und sinnierender Tiefe. ›Wide Angle‹ ist ein gelungenes Fest musikalischer Vielfarbigkeit.«

Jazzpodium | Jörg Konrad | 4/2010

»...Kompositionen von allen drei Akteuren finden sich auf dieser äußerst abwechslungsreichen Modern Jazz CD. Alle Stücke auf ›Wide Angle‹ unterliegen zu keiner Zeit irgendwelchen Konventionen. Jeder Musiker befreit sich gelassen aber auf subtile Weise aus dem Gerüst enger Grenzen. Dabei entstehen spannende Werke unterschiedlichster Couleur. Mal empfindsam sanft, mal energetisch bestimmend, mal exkulpierend leicht schwebt das Trio durch eine berauschende Tonlandschaft.
›Wide Angle‹ - sich einlassen auf viele, sich ergebende Chancen und Möglichkeiten, ohne lange zu hinterfragen. Ein Spiel mit Klängen, Sounds und Rhythmen. Einen Spannungsbogen schaffen ohne die eigene Perspektive aus den Augen zu verlieren. Ein glanzvolles Abenteuer gleichberechtigter Musiker in einem Boot.«

monstersandcritics.de | Rainer Molz | 30.03.2010

»Schritt für Schritt ging er voran und mit der neuen Trio-CD, die der Berliner Pianist Carsten Daerr soeben vorgelegt hat, ist er nun zweifellos angekommen im Kreise der wenigen wirklichen Meister, die derzeit die Renaissance der Kunst des Klaviertrios befeuern. Über Jahrzehnte zur klassisch ermüdeten Form geronnen, begann das Trio mit der Musik des viel zu früh verstorbenen Esbjörn Svensson und noch immer mit dessen Hinterlassenschaft, aber auch mit Michael Wollny oder Yaron Herman und vielen anderen überall in der Jazz-Welt neue Horizonte zu vermessen. Carsten Daerr ist seit dem Debüt vor sieben Jahren ein essentieller Teil auf heimischem Trend-Terrain. Es lohnt darum unbedingt, ›Wide Angle‹, die neue CD, in eine Reihe zu legen, und sie eventuell auch hintereinander mit den CD-Vorgängern seit 2003 zu hören. Dass Daerr im Übrigen - neben kleineren Ausflügen hin zu anderen Produzenten - dem kleinen Berliner ›Traumton‹-Label treu geblieben ist, spricht für ihn.
Klug und konzentriert arrangiert
Es gibt eine Art Kinderstück im ›Weitwinkel‹ also von Daerrs frischem Trio-Material, wiederum eingespielt mit Oliver Potratz am Bass und dem Schlagzeuger Eric Schaefer, die beide auch als Komponisten und Ideengeber mitverantwortlich zeichnen. Und vielleicht ist dieses Stück ja programmatisch gemeint. ›Intuition‹ jedenfalls klingt zu Beginn, als probiere ein motorisch ziemlich energischer Dreikäsehoch mit beharrlichem Ostinato einzelne Bereiche der 88 Flügeltasten aus. Langsam tappt er aus diesen ersten Versuchen hinaus ins Weite und ins Freie. Die hier versammelten Kompositionen und - weit wichtiger - Improvisationen bewegen sich mit genau diesem munteren, mutigen Erkundungstempo sehr weit ins Freie. Derart komplex, derart verstrickt in sich selbst und miteinander zu dritt klingt manches im ›Wide Angle‹, dass es kaum mehr vorstellbar scheint, was und wie hier komponiert und notiert worden sein soll. Allemal klug und konzentriert arrangiert aber finden die drei Protagonisten mit sicherem Timing immer wieder zurück zu den knappen Themen und fragmentarischen Motiven. ›Wide Angle‹ wirkt durchweg aber sehr ›free‹, und eignet sich auch zum Hören nebenbei.
Zuweilen ist Daerr ganz Virtuose, lässt die Klänge flirren und flimmern, während Potratz standfeste Strukturen in die Phantasie flicht und Schaefer sich nicht nur auf Begleitung beschränken mag. ›Wide Angle‹ ist ein neuer und großer Schritt in einer zielstrebigen Karriere.«

ndrinfo.de/kultur/cd-tipp | Jazz - Album der Woche | 29.03.2010

»Carsten Daerr, Oliver Potratz und Eric Schaefer legen Wert darauf, dass man den Bandnamen wörtlich nimmt, mit der Betonung auf Trio. D.h. es gibt keine Dominanz eines Bandmitgliedes, jeder Musiker findet seinen Freiraum. Das Presseinfo spricht von einem Dreieck, eine Metapher, die m.E. den Kern der Sache genau trifft. Bei der gemeinsamen Suche nach dem perfekten musikalischen Moment will man sich auf eine Reise begeben, immer wieder Neues entdecken und experimentieren. Anfangs war es für mich ein wenig schwer, Zugang zu finden. Obwohl ich einiges gewohnt bin (mit Zappa, John Cage und Stockhausen sozialisiert) war es mir zu wirr, zu frei. Ich brauchte eine Pause. Inzwischen frage ich mich jedoch, was mir den Zugang so erschwert hat, ist das Album doch voll von magischen Momenten. Walls, Interludium 1: Allenby, das schlagartig endende Intuition oder Full Aperture sind voller Transzendenz, die Wahrnehmung wird überschritten. Ein Kraftakt, sicherlich. Irgendwo zwischen Ornette Colemans ›Ornette On Tenorund‹ Archie Shepps ›The Magic Of Juju‹ - nur ruhiger. Eher eine Reise für Neugierige, weniger für Pauschaltouristen. Ein Album wie David Lynchs Inland Empire. Experimentell, verschlungen, befreit.«

diekopfhoerer.de | 26.02.2010