cover carsten daerr trio -Bantha Food

Carsten Daerr Trio
Bantha Food
26 SEP 2005

Traumton CD 4484
EAN/UPC 705304622124

 

tracks

 
  • 1. Drei-P-O 1:13
  • 2. Hängende Gärten 4:36
  • 3. Luuk 4:32
  • 4. Innen 4:58
  • 5. Weida 2:45
  • 6. Seekrank 2:41
  • 7. Joder 2:19
  • 8. Para uso casero 6:15
  • 9. Err-Zwo-De-Zwo 3:15
  • 10. Blume 3:22
  • 11. Schuhbacker 2:19
  • 12. Sonne 7:15
  • 13. Bantha Food 3:19
  • 14. Frost 5:12
  • 15. Schwarzer Zwerg (Epilog) 1:08
  • 16. Rastaman Frustration (negativ) 4:40

credits

Musik 2, 4, 6, 10, 12, 16: Carsten Daerr
Musik 8, 14: Oliver Potratz
Musik 1, 3, 5, 7, 9, 11: Eric Schaefer
Musik 13, 15: Carsten Daerr, Eric Schaefer, Oliver Potratz
All tracks published by Traumton Musikverlag
Recorded, mixed and mastered by Wolfgang Loos at Traumton Studios, Berlin

Produced by Wolfgang Loos

lineup

Carsten Daerr piano
Oliver Potratz bass
Eric Schaefer drums

info

Knapp zwei Jahre zurück liegt die Veröffentlichung von »PurpleCoolCarSleep«, dem Debut-Albums des Pianisten Carsten Daerr im Trio mit dem Bassisten Oliver Potratz und Schlagzeuger Eric Schaefer, mit dem es ihm auf Anhieb gelang, zu überzeugen. Die Presse nennt ihn in einem Atemzug mit Jackie Terrasson, Jason Moran, Esbjörn Svensson und Brad Mehldau, weniger vergleichend als betonend, dass hier ein junger Pianist aufgetaucht ist, der eine eigene individuelle musikalische Sprache spricht. Eine Sprache, die sich aus den Klangforschungsaspekten der modernen E-Musik (wobei das E bei Carsten Daerr weniger für ernst als für experimentell steht), klassischer Strenge und Traditonsbewußstsein, spielerischen Umgang mit Versatzstücken aus Standards und Popmusik sowie der Faszination von Geräuschen jeglicher Art zusammensetzt. »Daerr ist geübt in den Kompositionstechniken der Neuen Musik, doch er verbindet das nicht etwa mit dem Jazzkonzept der Bill-Evans-Schule. Sein Vorbild heißt Kenny Kirkland, und das bedeutet: er liebt Postbop-Powerplay mit krachenden Akkorden in der Linken und ordentlich Getöse vom Schlagzeug. Das wirkt gerade wegen Daerrs harmonischer Extravaganz äußerst belebend. Wir warten auf mehr.« schrieb Jazzthing und Stereoplay bemerkt »Wer so souverän in die Szene einsteigt, hat Zukunft.«

In die begibt sich Carsten Daerr mit »Bantha Food«. Auch bei seinem zweiten Album ist der Titel assoziativ Programm. Unendliche Weiten, fantastisch und phantasievoll. War »PurpleCoolCarSleep« ein Spiel mit Versatzstücken, aneinandergereiht und neu zusammengesetzt wie die Magneten von Magnetic Poetry an einer Kühlschranktür bewegt sich »Bantha Food« (wer hier an Star Wars denkt, liegt richtig) in eine andere Dimension und spielt mit Ideen von Zeit und Raum.

Sieben Jahre Zusammenspiel und gemeinsame Erfahrung in der Erforschung von Klängen haben die musikalische Erfahrung des Trios verdichtet. »Es geht uns heute nicht mehr um die Interpretation von Standards oder Kompositionen im klassischen Stil, sondern um die Auslotung von Ideen und Strukturen«, sagt Carsten Daerr. So finden sich bei den Kompositionen keine Changes und Akkordsymbole mehr, die Grenzen zwischen Komposition und Improvisation verschwimmen immer mehr. Es geht ihnen darum, so wenig wie möglich festzulegen, nichts zu forcieren, Ideen Raum zu geben, um sie aus sich selbst heraus wachsen und aus dem gelebten Moment heraus entstehen zu lassen. So nähern sie sich vom Kern der Idee aus dem Rand, an dem sich naturgemäß Strukturen immer weiter verästeln und verfeinern und den Raum erweitern und gestalten musikalische Grenzerfahrungen, die von Abenteuerlust, Spielfreude und der Idee des Kollektivs geprägt sind. Die Star Wars inspirierten Miniaturen von Eric Schaefer rahmen die Kompositionen von Carsten Daerr und Oliver Potratz ein, die einfache, elementare Titel wie Sonne, Blume oder Frost tragen und zu deren Inspirationsquellen die Texte im Booklet nähere Auskunft geben.

Carsten Daerr ist fasziniert von der Arbeit mit Text. Zur Zeit beschäftigt ihn ein Rilke Projekt und mit TUOMIs Debutalbum Tightrope Walker (im Trio mit der Sängerin Kristiina Tuomi und dem Bassisten Carlos Bica ) stellte er erst kürzlich, als Pianist und Komponist seine lyrische, textbezogene Seite eindrucksvoll unter Beweis. Mit »Bantha Food« zeigt er, dass er auch ohne Worte weiß, was die Faszination guter Geschichten ausmacht. Denen gelingt es immer, das Schwierige zu erkunden, die Realität zu prüfen, ungeahnte Möglichkeiten zu entdecken, Zeit und Raum erlösen, um am Ende das Staunen zu ermöglichen. Und so gelingt ihm hier das kleine Wunder, die Zeit wie im Fluge vergehen zu lassen.

presse

»Die deutsche Jazzszene ist derzeit, fast möchte man es nicht glauben, reich an jungen Talenten. Zu einem ihrer exportierten Hoffnungsträger gehört der Berliner Pianist Carsten Daerr. Auf der Produktion der finnischen Sängerin Tuomi (und erst recht auf deren anschließender Tournee) fiel er durch seine sensible und doch stringent selbstbewusste Spielweise sehr positiv auf. Auf »Bantha Food«, seiner neuen Trio-Einspielung mit Oliver Potratz am Bass und Schlagzeuger Eric Schaefer, führt er den risikobereiten Weg der musikalischen Selbsterforschung konsequent fort. Die drei lassen die melodischen Betriebsamkeiten ähnlicher und erfolgsverwöhnter Besetzungen außer Acht und erfinden einen faszinierenden Kosmos von mitreißenden Klängen und unerhörten Verbindungen, in dem die Sparsamkeit und Fantasie des Ausdrucks gleichermaßen bestechen.«

Jazzzeitung | Jörg Konrad | 2/2006

»Carsten Daerr - Ein bisschen Abenteuer«
 (Feature)
Jazzthing | Ssuirius W. Pakzad | 2/2006

»Carsten Daerr Trio / Bantha Food
 - Die spannendste Klaviertrio-Platte des Jahres 2005 mit 16 subtilen, von tollkühnem Abenteuergeist erfüllten Miniaturen kommt aus Berlin. Wie Carsten Daerr mit Oliver Potratz am Bass und einem nobelpreisverdächtigen Klangforscher namens Eric Schaefer am Schlagzeug die E-Musik von allem kopflastigen und zugleich den Jazz von jahrzehntelang strapazierten Mustern befreit, das hätte sich Bill Evans nicht träumen lassen.«

Rolling Stone | Klaus von Seckendorff | 1/2006

»›Banthas sind ca. 2-3 Meter große, gehörnte Reittiere auf Tatooine, die von den Sandleuten als Transporttiere bevorzugt werden. Sie werden von den Sandleuten immer hintereinander geritten, um ihre tatsächliche Anzahl zu verbergen.‹ (Aus: "Das Große Star Wars Universum von A-Z" / Bill Slavicsek) ... Mit ›Bantha Food‹ bedient das Carsten Daerr Trio Freunde der Avantgarde, schließt aber den Strukturenliebhaber nicht aus. Und das, ohne abgedroschen zu klingen.«

jazzdimensions.de | Markus Valley

»Das klassische Kaviertrio steht wieder einmal im Zentrum der Jazzszene, im jazz-medialen Hintergrund von Keith Jarrett war es jedoch immer präsent. Der deutsche Pianist Carsten Daerr hat mit Oliver Potraz, bass, und Eric Schaefer, drums, ›sein Trio‹ gefunden. Auf ihrer zweiten CD für das Berliner Traumton-Label versuchen die Musiker die klanglichen Möglichkeiten ihrer Instrumente auszuloten. Zupfen von Saiten, Cluster und dann wieder perlende Läufe gehen in dynamisches Unisono-Spiel über, Carsten Daerr überrascht durch immer neue Wendungen, Impression und Expression, im rasch aufeinander folgenden Wechselspiel von gleichrangigen Partnern. Das Suchen nach dem Unbekannten steht im Zentrum, Stillstand und Ausbruch entwickeln sich unerwartet und doch schlüssig in ihren Kompositionen: Dynamik und Ruhe als zwei gleich starke Pole, die den Zuhörer mit etwas anderer ›Hausmusik‹ (Titel: ›Para uso casero‹) belohnen.«
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Jazzzeit | (tHo) | 11/2005

»Rastamanns Frustration
Es gibt sie noch, die spröden Dinge. Und Jazzmusiker, die sie fabrizieren: Das Carsten Daerr Trio aus Berlin trotzt den Versuchungen schmusiger Standards und loungiger Galanteriewaren und spielt stattdessen Kompositionen ohne festgelegte ›Changes‹ und Akkordfolgen. ›Bantha Food‹ (Traumton Records) verbindet die Klangforschung der modernen experimentellen Musik und das ebenso lust- wie kraftvolle Spiel mit Versatzstücken: Postbop-Powerplay, Reggae-Beats und impressionistische Klavierimprovisationen fügen sich zu Miniaturen, die so schöne Namen tragen wie ›Rastaman Frustration (negativ)‹ und klingen, als wären sie von ›Star Wars‹ inspiriert - Abenteuer in den Weiten des Klangkosmos.«

Lufthansa exclusive | 11/2005

»Undogmatisches Verhältnis zum freien Spiel ehrt und eint Deutschlands junge Klaviertrio-(Avant)Garde. Jens Thomas und Michael Wollny spielen keinen Freejazz, aber sie spielen mit dem Freejazz. Und auch das Trio des Berliner Pianisten Carsten Daerr stellt mit dem zweiten Album nach seinem allseits gerühmten Debüt ›PurpleCoolCarSleep‹ klar, was Konzertbesucher schon seit längerem zu schätzen wissen: Wir sind nicht fixiert auf Musik, die sich fürs ›Real Book‹ in Akkordfolgen fassen ließe. Wir mögen aber deswegen auf verführerische Grooves, Changes und Melodien nicht grundsätzlich verzichten.
Indem sie so den Eintrittspreis in die Welt des Freejazz verweigern, kommen die angenehm unaufgeregten Rebellen einer Neuerfindung des Klaviertrios im Spannungsfeld von Jazz und E-Musik erfrischend nahe. ›E‹ meint bei Daerr & Co. eher ›experimentierfreudig‹ als ›ernst‹. Experimentiert wird mit Sounds, Strukturen - und erstaunlichen Resultaten: das ›E‹ wirkt improvisatorisch belebt, statt kopfig erstarrt. Eric Schaefers Schlagzeug kann zehn Kubikzentimeter klein klingen und im nächsten Moment zu mächtigen Attacken ausholen. Auch Oliver Potratz am Bass muss sich aus der klassischen Fundamentsetzer-Rolle gar nicht erst freistrampeln. Die vielbeschworene Gleichberechtigung, hier kommt sie ebenso radikal wie selbstverständlich daher. Selbst wenn dies Trio wüste Befreiungsschläge riskiert, bleibt seine Musik - auch ohne die witzigen Erläuterungen im Booklet - nachvollziehbar; so sie denn konzentrierte Zuhörer findet, aber für die erweist sich das Wechselbad aus Widerborstigem und zartestem Kammermusik-Geflüster als lustvoll genießbares Abenteuer: 16 Miniaturen, die von maximalem Einfallsreichtum zeugen.«

Die Jazz CD des Monats
Rondo | Klaus von Seckendorff | 22.10.2005

»Carsten Daerr ist aktuell einer der meistbeachteten Upstarter in Sachen Jazz-Piano - und das weit über Berlin hinaus. Sein kongeniales Trio mit Oliver Potratz am Bass und Eric Schaefer am Schlagzeug navigiert souverän durch insgesamt 16 neue Kompositionen. Nichts klingt hier wie längst entdeckt und abgehakt, nein, faule Kompromisse werden bewusst vermieden.«

jazzthing | (cb) | 9/2005

»Star Wars und Feldman - Carsten Daerr Trio (Feature)«

Jazzthetik | 10/2005

»Dank seiner spieltechnischen Fertigkeiten könnte sich Carsten Daerr auch als Neo-Romantiker vom Schlag eines Brad Mehldau positionieren, in der Hoffnung auf ein breites Publikum. Doch der Berliner Pianist bleibt konsequent bei eher komplexen Annäherungen an das aktuelle Musikgeschehen. Daerrs Stücke sind vielschichtige KIangräume in der Tradition der experimentellen Moderne, mit Eric Schaefer (Schlagzeug) und Oliver Potratz am Bass zu kommunikativen Motivnetzwerken verflochten: Jazz zum Zuhören, mit Gewinn!«

Stereoplay | Ralf Dombrowski | 11/2005

»Das Piano-Trio, im Jazz spätestens seit Bill Evans Trio eine ganz eigene, faszinierende Besetzung, die immer wieder große Momente hervorbrachte, ist nicht zuletzt durch den Erfolg des Esbjörn Svensson Trios wieder im Gespräch. Und natürlich wird dann auch jedes neue Piano-Trio erst einmal mit EST verglichen. Das kann man durchaus machen, wenn man dabei auf einen echten Vergleich, also das Feststellen von Unterschieden wie Gemeinsamkeiten, hinaus will. Das Trio um den Pianisten Carsten Daerr ist ähnlich wie die Schweden ein vielseitiges Ensemble. Zupacken können sie so gut wie schwelgen, was sie allerdings seltener tun. Dafür sind Daerr, Oliver Potratz (Bass) und Eric Schaefer (Schlagzeug) zu sehr am Erforschen neuer Wege interessiert, ohne sich dabei allzu weit in Avantgarde-Gefilde zu begeben. Nicht zuletzt Daerrs Spiel trägt deutlich die Spuren einer Beschäftigung mit den Klassikern der neuen Musik, die er mit moderneren Jazz-Stilistiken verbindet, ohne sich einem Pop-Publikum anzubiedern. Mit dem zweiten Album Bantha Food etabliert sich das Carsten Daerr Trio als eine der interessantesten Formationen der einheimischen Jazz-Szene.«

NOTES | (stone) | Oktober 2005

»Neue Töne braucht der Markt und die liefert der Berliner Pianist zuhauf. Sein einstündiger Marsch durch die schwarzweißen Instanzen geht selbst dem gut ins Ohr, der für ein intellektuell angetickertes Klangspektrum nur wenig übrig hat. Das liegt wohl daran, dass in allen Stücken unterschwellig eine Harmonie mitschwingt, die aufs erste oberflächliche Hören nicht direkt fassbar ist, aber trotzdem im Unterbewußtsein deutliche Spuren hinterlässt.«

sound-and-image.de